Altholz-Recycling: Tischplatten aus alten Türen neu verleimen
Alte Innentüren landen beim Umbau oft auf dem Sperrmüll, dabei steckt in ihnen meist massives, gut abgelagertes Holz. Eine ausrangierte Tür besteht häufig aus einer Rahmenkonstruktion mit Füllung, die sich sauber auftrennen lässt. Nach dem Entfernen von Lack, Beschlägen und Glasresten bleibt nutzbares Material übrig, das sich für neue Möbelstücke eignet. Wer eine Tischplatte bauen möchte, sollte zuerst prüfen, ob es sich um Vollholz, Furnier oder eine Spanplatte mit Dekor handelt. Vollholztüren aus Fichte, Kiefer oder Eiche sind ideal, während dünne Furnierlagen beim Hobeln leicht durchbrechen.
Für die Weiterverarbeitung werden die Türblätter zunächst in Streifen geschnitten. Eine Kreissäge mit scharfem Blatt für Altholz verhindert Ausrisse an den Kanten, ein Hobel oder eine Dicktenmaschine bringt die Streifen anschließend auf gleiche Stärke. Beim Zuschnitt sortiert man nach Farbe und Maserung, damit die spätere Platte ein ruhiges Bild ergibt. Wer sich unsicher ist, wie die einzelnen Arbeitsschritte aufeinander folgen, findet unter aus einer Tür einen Tisch bauen eine praktische Anleitung, die auch das Verleimen und das Anbringen der Beine abdeckt. Wichtig ist, die Streifen vor dem Verleimen auf Restfeuchte zu prüfen, sonst verzieht sich die Platte später.
Das Verleimen selbst erfolgt am besten in einer flachen Pressvorrichtung. Die Streifen werden mit wasserfestem Leim bestrichen, seitenverkehrt angeordnet und mit Zwingen zusammengedrückt. Damit die Platte eben bleibt, legt man eine stabile Unterlage darunter und verteilt den Druck gleichmäßig. Nach dem Aushärten wird die Oberfläche geschliffen, bis keine Leimreste mehr sichtbar sind. Kleinere Risse lassen sich mit Holzspachtel aus Schleifstaub und Leim schließen. Anschließend folgt die Oberflächenbehandlung mit Öl, Wachs oder Lack, je nach gewünschter Optik.
Für die Beine eignen sich Reststücke derselben Tür oder stabile Kanthölzer. Sie werden mit Dübeln oder Metallwinkeln an der Unterseite befestigt, wobei der Abstand zur Plattenkante mindestens fünf Zentimeter betragen sollte. Ein Tisch aus Altholz trägt sichtbare Gebrauchsspuren und lebt von diesen Spuren, statt sie zu verstecken. Die Verleimung mehrerer Streifen sorgt für eine stabile Platte, die auch stärkerer Belastung standhält. Wer das Material sorgfältig auswählt und trocknet, erhält ein Möbelstück, das sich von industrieller Massenware deutlich unterscheidet.